Wissenswertes über angst


"Wenn einer keine Angst hat, hat er keine Phantasie" wusste schon Erich Kästner. Angst beflügelt, aber Angst kann auch lähmen. Vor allem schützt uns Angst vor Gefahren; das ist sehr sinnvoll und überlebenswichtig. Jeder, der schon einmal in einer lebensbedrohlichen Situation war, z.B. in einem kritischen Moment im Straßenverkehr, hat erlebt, wie uns blitzschnelle Körperreaktionen mit geschärfter Aufmerksamkeit und schnellen automatisierten Handlungen vor Schlimmerem bewahren. Angst ist daher ein emotionaler Begleiter einer Stressreaktion und geht immer mit körperlichen Anpassungsreaktionen einher, die "Flucht" oder "Kampf" in der Situation ermöglichen.

 

In abgeschwächter Form trifft das auch auf alle anderen (Alltags-)Ängste zu: ob vor einer wichtigen Kundenpräsentation, einer Auseinandersetzung mit einem Mitmenschen oder bei Geldsorgen - wir fürchten (unbewusst) den Verlust von etwas oder jemandem und werden von unserem inneren System "alarmiert", machen uns Gedanken, Sorgen, wägen ab. Ängste können sich situativ auch hinter ganz anderen Gefühlen wie z.B. Scham, Schuldgefühlen, Gereiztheit, Pessimismus verbergen. Wir leiden, sind unzufrieden, sind uns der dahinterliegenden Ängste aber nicht bewusst. Unbewusste Ängste können uns so stark prägen, dass wir im Laufe des Lebens Verhaltensmuster entwickeln, um uns vor ihnen zu schützen. Das ist ein gesunder Abwehrmechanismus, kann aber auch problematisch werden, wenn ein Verhalten zu unflexibel ist: Wir entwickeln etwa ein "Helfer-Syndrom" oder ein ausgeprägtes Kontrollbedürfnis oder verdrängen Ängste durch extremen Ehrgeiz und Willen zum Erfolg. Haben Sie sich schon einmal gefragt, ob und welche Bedeutung die als so leidvoll erlebte Angst in Ihren zwischenmenschlichen Interaktionen hat, z.B. in den Beziehungen zum/zur Partner:in, zu Kollegen oder anderen Personen?

 

Wird Angst zur Krankheit, kann eine Therapie erforderlich sein (siehe auch Psychotherapie): Das Nervensystem "feuert" in augenscheinlich nicht bedrohlichen Situationen. Es kann aus heiterem Himmel sogar zu extremen körperlichen Sensationen wie etwa Herzrasen, Atemnot, Zittern, Schwindel führen. Betroffene fühlen sich hilflos und erleben das Geschehen als irrational. Meist entsteht schnell eine "Angst vor der Angst" und ein Teufelskreis aus vermeidenden und die Ängste verstärkenden Verhaltensmustern. Man unterscheidet im Wesentlichen objekt- oder situationsbezogene Ängste (sog. Phobien), wiederkehrende Panikattacken sowie eine generalisierte Angst, die frei flottierend mehr oder weniger stark schwankt. Angst kann aber auch ein Symptom bei fast jeder anderen psychischen Störung sein, z.B. bei Depressionen. Gerne helfe ich Ihnen zu klären, ob Ihre Ängste behandlungsbedürftig sind und entwickle mit Ihnen im Bedarfsfalle individuelle Therapiemöglichkeiten.